Ratgeber Gesundheit

Herzschrittmacher und Hausnotruf: Gibt es Probleme mit dem Notrufknopf?

Viele Menschen mit Herzschrittmacher fragen sich, ob der kleine Funksender am Hausnotruf ihr Gerät stören könnte. Die kurze Antwort: Der Notrufknopf sendet mit sehr geringer Leistung und gilt als unbedenklich. Wir erklären sachlich, warum das so ist und worauf Sie trotzdem achten sollten.

14. 06. 2026 6 Min. Lesezeit Von BeWo Telehealthcare

Kann der Notrufknopf einen Herzschrittmacher stören?

Hausnotruf-Funksender gelten als unbedenklich für Träger von Herzschrittmachern und implantierten Defibrillatoren. Der persönliche Funksender, den Sie als Pendant um den Hals oder als Armband tragen, sendet mit sehr geringer Leistung von weniger als 1 mW (Milliwatt) und nur auf den lizenzfreien Frequenzen 868,3 und 869,2 MHz. Das ist eine außerordentlich schwache Signalstärke.

Moderne Herzschrittmacher sind zudem gegen solche Alltags-Funksignale abgeschirmt. Sie sind technisch so ausgelegt, dass alltägliche Funkquellen – vom WLAN über das Schnurlostelefon bis hin zu kleinen Funksendern – ihre Funktion nicht beeinträchtigen. Ein Hausnotruf-Sender fügt sich in diese harmlose Kategorie ein.

Wir geben hier keine medizinische Beratung und keinen ärztlichen Rat, sondern ordnen die Technik allgemein ein. Eine Garantie für Ihren persönlichen Fall können wir nicht aussprechen – im Zweifel ist Ihr behandelnder Kardiologe die richtige Anlaufstelle.

Wie wenig der Sender wirklich funkt

Der entscheidende Punkt ist, wie selten und wie schwach der Notrufknopf überhaupt sendet. Der Funksender ist kein Dauerfunker: Er sendet nur kurz im Moment, in dem Sie den Knopf drücken und einen Notruf auslösen. Im Ruhezustand findet keine fortlaufende Funkübertragung statt.

  • Sehr geringe Leistung: effektiv weniger als 1 mW – ein Bruchteil dessen, was ein gewöhnliches Mobiltelefon abgibt.
  • Lizenzfreie Frequenzen: 868,3 / 869,2 MHz, die europaweit für solche Kurzstrecken-Sender vorgesehen sind.
  • Nur beim Auslösen: ein kurzer Funkimpuls beim Notruf, kein ständiges Senden.
  • Robust im Alltag: IP67 wasserdicht und mit einer CR2450-Batterie, die bis zu 5 Jahre hält – also auch unter der Dusche tragbar.

Wenn Sie tiefer in die Technik einsteigen möchten, lesen Sie auch unseren Ratgeber Wie funktioniert ein Hausnotruf? oder schlagen Begriffe im Glossar nach.

✓ Das Wichtigste in einem Satz

Der Notrufknopf sendet nur kurz beim Auslösen, mit weniger als 1 mW auf lizenzfreien Frequenzen – eine Signalstärke, die für moderne Herzschrittmacher als unbedenklich gilt. Bei individuellen Fragen entscheidet Ihr Arzt.

Was sind echte Störquellen?

Zur Einordnung hilft der Blick auf Quellen, die für Schrittmacher tatsächlich relevant sein können. Anders als ein schwacher Funksender erzeugen manche Geräte starke Magnetfelder oder hohe Energiemengen, auf die Hersteller von Schrittmachern in ihren Anleitungen hinweisen.

  • Starke Magnetfelder – etwa große Lautsprechermagnete oder bestimmte industrielle Geräte.
  • Induktionskochfelder – hier empfehlen viele Hersteller einen gewissen Mindestabstand zum Implantat.
  • Medizinische Großgeräte wie die Kernspintomografie (MRT), die nur mit speziell freigegebenen Schrittmachern und unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt wird.
  • Diebstahlsicherungen in Geschäften – meist genügt es, nicht direkt davor stehen zu bleiben.

Ein Hausnotruf-Sender gehört nicht in diese Kategorie. Seine Leistung ist um ein Vielfaches geringer als die der genannten Quellen. Eine absolute Garantie sprechen wir dennoch bewusst nicht aus – maßgeblich bleiben immer die Herstellerangaben Ihres jeweiligen Schrittmachers.

Worauf Schrittmacher-Träger generell achten

Wer einen Herzschrittmacher trägt, kennt in der Regel bereits die wichtigsten Alltagsregeln aus dem Klinikgespräch. Diese allgemeinen Hinweise gelten unabhängig vom Hausnotruf:

  • Bewahren Sie den Schrittmacher-Ausweis stets bei sich – er enthält Modell und technische Daten Ihres Implantats.
  • Beachten Sie die Herstellerangaben zu Mindestabständen, etwa bei Induktionskochfeldern oder Mobiltelefonen.
  • Halten Sie starke Magnete nicht direkt an die Brust.
  • Informieren Sie medizinisches Personal vor Untersuchungen über Ihr Implantat.

Den Hausnotruf-Sender können Sie wie jedes andere Alltagsgerät tragen – am Handgelenk oder als Halskette. Da er IP67-wasserdicht ist, müssen Sie ihn auch beim Duschen nicht ablegen, gerade dort, wo Stürze häufig passieren.

Wann Sie zum Arzt oder Kardiologen gehen sollten

Bei jeder individuellen Unsicherheit ist Ihr behandelnder Kardiologe oder Hausarzt die richtige Adresse. Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Sprechen Sie Ihren Arzt insbesondere an, wenn:

  • Sie ein älteres oder besonderes Schrittmacher-Modell tragen und unsicher sind, wie empfindlich es reagiert.
  • Sie nach dem Tragen eines Funkgeräts ungewohnte Symptome wie Schwindel oder Herzstolpern bemerken.
  • die Bedienungsanleitung Ihres Implantats spezielle Hinweise zu Funkquellen enthält, die Sie nicht klar einordnen können.
  • Sie grundsätzlich eine fachliche Einschätzung zu einem geplanten Gerät wünschen.

Ein kurzes Gespräch beim nächsten Routinetermin genügt meist, um alle Fragen zu klären. So sind Sie auf der sicheren Seite – ohne dass wir ein Versprechen geben, das nur Ihr Arzt verantworten kann.

Wichtiger Hinweis

BeWo-Geräte sind keine medizinischen Produkte für die Schrittmachertherapie und nicht als „medizinisch zertifiziert für Schrittmacherträger“ ausgewiesen. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt und beachten Sie die Herstellerangaben Ihres Schrittmachers.

Warum gerade Herzpatienten besonders profitieren

Gerade Menschen mit Herzerkrankungen gehören zu denen, für die ein Hausnotruf besonders sinnvoll ist. Bei Herzrhythmusstörungen, plötzlichem Schwindel oder Kreislaufproblemen zählt im Ernstfall jede Hilfe, die schnell und unkompliziert erreichbar ist – ganz gleich, ob Sie zu Hause stürzen oder sich unwohl fühlen.

Mit einem Druck auf den Knopf erreichen Sie unsere 24/7-Notrufzentrale, die rund um die Uhr besetzt ist und sich umgehend bei Ihnen meldet. So müssen Sie sich nicht erst zum Telefon kämpfen, wenn es Ihnen schlecht geht. Das gibt nicht nur Ihnen, sondern auch Ihren Angehörigen ein beruhigendes Gefühl von Sicherheit.

BeWo Telehealthcare begleitet Menschen bereits seit 1987. Unsere Tarife beginnen bei 27 € im Monat. Ab Pflegegrad 1 übernimmt die Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 27 € monatlich (§ 40 SGB XI) – in vielen Fällen entstehen dadurch kaum oder keine Mehrkosten. Alle Details finden Sie auf unserer FAQ-Seite oder direkt auf der Seite zum Antrag.

Häufige Fragen

  • Der Funksender sendet mit weniger als 1 mW und nur kurz beim Auslösen eines Notrufs. Diese sehr geringe Leistung gilt als unbedenklich, und moderne Schrittmacher sind gegen solche Alltags-Funksignale abgeschirmt. Eine absolute Garantie können wir nicht geben – fragen Sie im Zweifel bitte Ihren Kardiologen.

  • Nein. Es gibt keinen Dauerfunk. Der Sender überträgt nur kurz in dem Moment, in dem Sie den Knopf drücken und einen Notruf auslösen. Im Ruhezustand findet keine fortlaufende Funkübertragung statt.

  • Relevanter sind starke Magnetfelder, Induktionskochfelder oder medizinische Großgeräte wie ein MRT. Ein schwacher Hausnotruf-Sender gehört nicht dazu. Maßgeblich bleiben immer die Herstellerangaben Ihres jeweiligen Schrittmachers.

  • Wenn Sie unsicher sind oder ein besonderes Schrittmacher-Modell tragen, klären Sie das gerne kurz mit Ihrem behandelnden Kardiologen. Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt kein ärztliches Gespräch.

  • Ja. Der Sender ist nach IP67 wasserdicht und kann auch in Dusche oder Bad getragen werden – gerade dort, wo Stürze häufig vorkommen. Die Batterie (CR2450) hält bis zu 5 Jahre.

Sicherheit auf Knopfdruck – auch mit Herzschrittmacher

Seit 1987 begleitet BeWo Telehealthcare Menschen mit einem Hausnotruf, der rund um die Uhr besetzt ist. Tarife ab 27 € im Monat, mit Pflegekassen-Zuschuss von bis zu 27 € ab Pflegegrad 1. Wir beraten Sie gern.

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