Ist ein Hausnotruf bei Demenz sinnvoll?
Bei beginnender und leichter Demenz ist ein Hausnotruf in den meisten Fällen eine sinnvolle Sicherheit. In dieser Phase leben viele Menschen noch weitgehend selbstständig in den eigenen vier Wänden, sind aber zunehmend unsicher oder sturzgefährdet. Ein Knopfdruck genügt dann, um die rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale zu erreichen, die sich umgehend meldet und im Notfall Hilfe organisiert.
Wichtig ist eine ehrliche Einordnung: Solange Ihr Angehöriger den Sinn des Geräts noch versteht und sich an die Bedienung erinnern kann, entfaltet ein Hausnotruf seinen vollen Nutzen. Genau das verändert sich im Verlauf der Erkrankung. Je weiter die Demenz fortschreitet, desto seltener wird der Knopf bewusst gedrückt. Deshalb gilt: Je früher der Hausnotruf eingerichtet wird, desto eher kann sich die Gewohnheit noch festigen.
Für viele Familien ist der Hausnotruf außerdem ein erster Schritt, der selbstständiges Wohnen länger ermöglicht, ohne dass sofort an einen Umzug ins Heim gedacht werden muss. Er ersetzt jedoch keine Betreuung und keine Pflege, sondern ergänzt sie.
Welche Funktionen bei Demenz wirklich helfen
Gerade bei Demenz zählt weniger der klassische Knopfdruck, sondern eher die automatische und einfach bedienbare Technik. Denn das Drücken des Notrufknopfes setzt voraus, dass die Person in der Stresssituation noch daran denkt. Diese Funktionen sind deshalb besonders wertvoll:
- Automatischer Sturzsensor: Er erkennt einen Sturz selbstständig und löst auch dann einen Notruf aus, wenn der Knopf nicht gedrückt wird. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zur Sturzerkennung.
- Freisprechfunktion: Über das stationäre Gerät kann die Notrufzentrale direkt mit Ihrem Angehörigen sprechen, ohne dass ein Telefon zur Hand genommen werden muss. Das ist beruhigend und überbrückt Unsicherheit.
- Wasserdichter Sender (IP67): Der Sender kann auch im Bad und unter der Dusche getragen werden, einem der häufigsten Sturzorte.
- Vernetzter Funk-Rauchwarnmelder: Bei Demenz wird das Risiko durch vergessene Herdplatten oder Kerzen größer. Ein vernetzter Rauchwarnmelder kann hier zusätzliche Sicherheit geben.
Das stationäre Gerät funktioniert dank eingebauter SIM-Karte ohne Festnetzanschluss und deckt mit seiner Funkreichweite von bis zu 80 Metern die gesamte Wohnung ab. Für Menschen, die noch aktiv unterwegs sind, gibt es zusätzlich ein mobiles Gerät mit GPS-Ortung und einer Akkulaufzeit von bis zu drei Tagen.
Bei Demenz ist der automatische Sturzsensor oft wertvoller als der Notrufknopf, weil er auch dann auslöst, wenn die betroffene Person in der Situation nicht mehr selbst reagieren kann.
Die ehrlichen Grenzen eines Hausnotrufs
Ein Hausnotruf hat bei Demenz klare Grenzen, die Sie als Angehörige kennen sollten. Wir nennen sie offen, damit Sie keine falschen Erwartungen aufbauen und die richtige Entscheidung für Ihre Situation treffen können.
- Der Knopf wird nicht gedrückt: Mit fortschreitender Demenz vergessen Betroffene häufig, wozu das Gerät dient. In einer Notsituation wird der Knopf dann nicht mehr bewusst betätigt.
- Der Sender wird nicht getragen: Manche Menschen legen den Sender ab oder vergessen, ihn anzulegen. Ein nicht getragener Sender kann im Notfall nicht helfen.
- Weglaufen wird nicht verhindert: Ein Hausnotruf verhindert nicht, dass ein Mensch mit Demenz die Wohnung verlässt und sich verläuft. Das mobile Gerät bietet zwar eine GPS-Ortung, ist aber kein spezieller Demenz-Tracker mit automatischer Bereichsüberwachung. Es ortet nur, wenn es getragen und ein Notruf ausgelöst wird.
Bei fortgeschrittener Demenz reicht ein Hausnotruf daher in der Regel nicht mehr aus. Dann gewinnen automatische Sensorik wie der Sturzsensor sowie eine engmaschigere persönliche Betreuung an Bedeutung. Sehen Sie den Hausnotruf als einen Baustein in einem größeren Betreuungskonzept, nicht als alleinige Lösung.
Ein Hausnotruf kann ein Weglaufen bei Demenz nicht verhindern und ersetzt keine Aufsicht oder Pflege. Er ist eine Ergänzung, die in frühen Phasen besonders hilft.
Was Angehörige zusätzlich beachten sollten
Damit der Hausnotruf bei Demenz wirklich Sicherheit bringt, kommt es auf die Begleitung durch Sie als Angehörige an. Die Technik allein reicht nicht; sie muss in den Alltag eingebettet werden.
Früh einrichten und üben
Richten Sie den Hausnotruf ein, solange Ihr Angehöriger den Umgang noch lernen und zur Gewohnheit machen kann. Die kostenlose Einweisung und der Probenotruf durch unseren Techniker vor Ort helfen dabei.
Sender sichtbar tragen lassen
Etablieren Sie eine feste Routine, etwa den Sender morgens gemeinsam anzulegen. Ein Sender am Handgelenk wird oft besser akzeptiert als eine Halskette.
Schlüssel hinterlegen
Damit im Notfall niemand vor verschlossener Tür steht, ist eine Schlüsselhinterlegung sinnvoll. In unserem Standard-Tarif ist sie zusammen mit der 24-Stunden-Bereitschaft enthalten.
Betreuung ergänzen
Kombinieren Sie den Hausnotruf je nach Bedarf mit Pflegedienst, Tagespflege oder regelmäßigen Besuchen. So fangen Sie die Bereiche auf, die ein Hausnotruf nicht abdecken kann.
Hilfreich ist außerdem, der Notrufzentrale wichtige Informationen wie Erkrankungen, Medikamente und Kontaktpersonen zu hinterlegen. Im Ernstfall kann so schneller und passender reagiert werden.
Pflegegrad und Zuschuss der Pflegekasse
Wenn ein Pflegegrad vorliegt, übernimmt die Pflegekasse einen großen Teil der Hausnotruf-Kosten. Bei einer Demenzerkrankung wird häufig bereits in einem frühen Stadium ein Pflegegrad anerkannt, weil auch der Betreuungs- und Beaufsichtigungsbedarf in die Begutachtung einfließt.
Ab Pflegegrad 1 bezuschusst die Pflegekasse den Hausnotruf mit bis zu 27 Euro pro Monat nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Beim Basis-Tarif für 27 Euro im Monat kann der Eigenanteil dadurch sogar auf 0 Euro sinken. Wichtig ist, dass Sie den Antrag vor Vertragsabschluss stellen. Wie das genau funktioniert, erklären wir im Ratgeber zum Pflegekassen-Zuschuss.
Bei BeWo Telehealthcare fallen keine Anschlussgebühr und keine Einrichtungskosten an, die Geräte werden gemietet. Die Mindestlaufzeit beträgt drei Monate, danach ist der Vertrag monatlich mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende kündbar. Eine Übersicht aller Tarife finden Sie in unserem Ratgeber zu den Kosten im Detail.
Bis zu 27 Euro monatlich von der Pflegekasse. Beim Basis-Tarif kann Ihr Eigenanteil damit auf 0 Euro sinken. Antrag bitte vor Vertragsabschluss stellen.
Häufige Fragen
Ja, vor allem bei beginnender und leichter Demenz. Solange Ihr Angehöriger den Sinn des Geräts versteht und es bedienen kann, bietet ein Hausnotruf echte Sicherheit. Bei fortgeschrittener Demenz nimmt der Nutzen des Knopfdrucks ab, dann werden automatische Sensorik und persönliche Betreuung wichtiger.
Nein. Ein Hausnotruf verhindert weder das Verlassen der Wohnung noch das Verlaufen. Das mobile Gerät bietet eine GPS-Ortung im Notfall, ist aber kein spezieller Demenz-Tracker mit Bereichsüberwachung und ortet nur, wenn es getragen und ausgelöst wird.
Hier hilft der automatische Sturzsensor: Er erkennt einen Sturz selbstständig und löst auch ohne Knopfdruck einen Notruf aus. Damit ist er gerade bei Demenz oft die wichtigste Funktion, weil Betroffene den Knopf in der Notsituation häufig nicht mehr bewusst drücken.
Ja, ab Pflegegrad 1 bezuschusst die Pflegekasse den Hausnotruf mit bis zu 27 Euro pro Monat nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Beim Basis-Tarif kann der Eigenanteil dadurch auf 0 Euro sinken. Den Antrag sollten Sie vor Vertragsabschluss stellen.
So früh wie möglich. Je früher der Hausnotruf eingerichtet wird, desto eher kann sich die Bedienung noch als Gewohnheit festigen. Die Einrichtung, Einweisung und ein Probenotruf durch unseren Techniker vor Ort sind kostenlos.
Sicherheit für Ihren Angehörigen mit Demenz
Lassen Sie sich ehrlich und unverbindlich beraten, welcher Tarif und welche Funktionen in Ihrer Situation wirklich passen. Unser Team nimmt sich Zeit für Sie.